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Die Geschichte des Unternehmens

Erfahren Sie mehr von den Anfängen des Unternehmens und gehen Sie auf eine Zeitreise durch die wichtigsten Ereignisse in der Firmengeschichte der Villeroy & Boch AG.

  • 1700

    Ein Weltunternehmen entsteht

  • Geburtsstunde des Unternehmens

    1748

    François Boch trägt den Titel "Bombardier du Roi", königlicher Kanonengießer. Doch der Eisengießer aus dem lothringischen Dorf Audun-le-Tiche entschließt sich zu einem beruflichen Neuanfang. Im Jahr 1748 beginnt er zusammen mit seinen drei Söhnen mit der Herstellung von Keramikgeschirr. Dies war die Geburtsstunde des Unternehmens Villeroy & Boch.

  • Luxemburg

    1766

    Luxemburg gehört zu den frühen Absatzmärkten der Bochs. Daher richtet François' Sohn Pierre-Joseph ein Gesuch an die österreichische Regierung, in der Provinz Luxemburg eine Manufaktur gründen zu dürfen. Unter zahlreichen Bewerbern erhält er von Kaiserin Maria Theresia die Genehmigung. Das neue Werk in Septfontaines/Luxemburg ist zugleich ein wichtiger Schritt vom Manufakturbetrieb zur frühindustriellen Serienproduktion. Als besondere Anerkennung darf die Faiencerie den Titel "Manufacture Impériale et Royale" tragen.

  • Alt Luxemburg

    1770

    Die weltweit beliebte Tischkultur-Serie „Alt Luxemburg“ ist ein Evergreen des Angebotes von Villeroy & Boch. Sie geht zurück auf den Brindille-Dekor, den Pierre-Joseph 1770 einführte. Der gestalterisch begabte Unternehmer schuf selbst eine Reihe von künstlerischen Keramiken wie beispielsweise eine aus Rocaillen gestaltete Hängeampel oder ein Kruzifixfuß mit Schlangensymbol – beide Exponate des Keramikmuseums Mettlach.

  • Keramikfabrikant Villeroy

    1791

    Der Kaufmann Nicolas Villeroy erwirbt gemeinsam mit zwei Partnern eine Steingutfabrik in Vaudrevange, dem heutigen Wallerfangen. 1797 geht sie voll in seinen Besitz über. Villeroy gehört zu den ersten Keramikfabrikanten, die Kohle als Brennstoff einsetzen. Zur Modernisierung der Produktion holt er Experten aus England und Frankreich. Er experimentiert vor allem mit dem Dekordruck. Ab 1815 wendet er das Kupferdruckverfahren an, durch das die Produkte preisgünstiger angeboten werden können.

  • 1800

    Von Mettlach in die ganze Welt

  • Kauf der Alten Abtei in Mettlach

    1809

    Jean-François Boch kauft die ehemalige Benediktiner-Abtei in Mettlach an der Saar. In dem Barockbau richtet er eine hoch-moderne, weitgehend mechanisierte Geschirrfabrikation ein. Viele neue Fertigungsmaschinen konstruiert er selbst. Seine Erfindungen ebnen den Weg der bis dahin noch weitgehend handwerklichen Keramikherstellung zur industriellen Produktion. Heute ist der Barockbau Konzernzentrale von Villeroy & Boch.

  • Gesellschaftliches Engagement

    1812

    Pierre-Joseph gehört als Unternehmer zu den Sozial-Pionieren des frühen 19. Jahrhunderts. In Septfontaines gründet er das Sozialwerk der Antonius-Brüderschaft. Die wesentlichen Elemente waren die Kranken-, Unfall- und Invaliditätsversicherung sowie eine Pensionskasse. Es war eine umfassende Sozialversicherung, zu der die Mitarbeiter wie auch das Unternehmen Beiträge zahlten. Die Leistungen der Antonius-Brüderschaft gingen weit über das hinaus, was später Gesetz wurde. Sie diente 70 Jahre später Bismarck zum Vorbild bei der Ausarbeitung der ersten deutschen Sozialversicherung. Im Jahr 1857 gründet Nicolas Villeroys Tochter Leonie zusammen mit ihrem Mann Adolphe de Galhau die Sophien-Stiftung zur Unterstützung bedürftiger Familien.

  • Produktion von Steingut

    1829

    Während bereits die 2. Generation der Bochs durch Material-Experimente eine Optimierung der Produktqualität erreichte, machte die 3. Generation mit Jean-François Boch einen entscheidenden Sprung. Dem an der Pariser École de Sciences ausgebildeten Unternehmer gelang es, ein hell weißes, extrem festes Steingut zu entwickeln. Es sah dem Porzellan täuschend ähnlich, konnte aber wesentlich preisgünstiger angeboten werden. Damit war der Weg zur Demokratisierung der Tischkultur beschritten. Denn das Porzellan, das als Kostbarkeit mit Seltenheitswert aufgrund seiner Hochpreisigkeit dem Adel vorbehaltenen war, wurde jetzt durch jene frühe Innovation für breite Schichten erschwinglich. Nicht nur auf dem Markt finden die Produkte Anerkennung, sondern auch von offizieller Seite. Auf der ersten preußischen Gewerbeausstellung in Berlin erhalten die Bochs 1822 die Goldmedaille, der viele nationale und internationale Auszeichnungen folgen.

  • Fusionsvertrag zwischen Boch und Villeroy

    1836

    Die Werke der Unternehmer Boch und Villeroy liegen nicht weit voneinander entfernt. Hin und wieder treffen sich auch die beiden Konkurrenten, die über die Grenzen Deutschlands hinaus erfolgreich ihre Produkte vermarkten. Doch um im europäischen Wirtschaftsgefüge, vor allem neben der dominierenden englischen Industrie bestehen zu können, schließen sie einen Fusionsvertrag. Das Unternehmen Villeroy & Boch entsteht, das die Stärken beider Seiten, gestalterisches Talent, Kaufmannsgeist, Innovationskraft und Produktionskapazität bündelt und zu den ersten Global Players des 19. Jahrhunderts zählt.

  • Komplett-Angebot als Unternehmensstrategie

    1843

    Die Idee des Komplett-Angebotes, heute Bestandteil der Unternehmensstrategie, lässt sich weit ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen. 1843 gründen Villeroy und Boch die Cristallerie Wadgassen. Eine attraktive Sortimentserweiterung: Mit der Produktion von Gläsern konnte das Unternehmen sein Tischkultur-Angebot abrunden und verbesserte dadurch seine Marktchancen im In- und Ausland. Regelmäßig wurden alle deutschen Städte beliefert. Ab 1847 gingen größere Sendungen nach Paris, Warschau und London. Eine neue Anbindung an den Eisenbahnknotenpunkt Mannheim erleichterte den Export nach Moskau und St. Petersburg. Auch der Vertrieb nach Skandinavien, Italien, Spanien, Griechenland, in die Schweiz und die Türkei wurde ausgebaut. Etwa ab 1850 gingen die ersten Ladungen über den Atlantik, nach Nord- und Südamerika.

  • Weltausstellungen

    1851

    Der preußische Wirtschaftsminister wählt Villeroy & Boch für die Teilnahme an der berühmten Londoner Weltausstellung aus. Das Unternehmen präsentiert auf einem opulent inszenierten Stand neuartige Gebrauchs- und Zierkeramiken aus Knochenporzellan und aufwändig dekorierter Steinzeugmasse. London war der Auftakt zu einer Reihe von repräsentativen Auftritten auf den großen Weltausstellungen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts wie beispielsweise in Philadelphia im Jahr 1876, Paris 1878 und 1900, Chicago 1893, St. Petersburg 1901, St. Louis 1904.

  • Mettlacher Platten

    1852

    Aus dem Reichtum der Geschichte lässt sich manch gute Idee für die Gegenwart gewinnen: Als in der Nähe Mettlachs Archäologen auf ein römisches Bodenmosaik stießen, wurde Eugen von Boch mit der Restaurierung des alten Mosaiks betraut. Inspiriert durch diesen archäologischen Fund begannen er und seine Techniker mit Materialexperimenten zur Herstellung von Fliesen. Sie erarbeiten ein Produktionsverfahren, das enorme Abriebfestigkeit mit extravaganter Ästhetik verbindet. Diese Fliesen, seit 1852 in Mettlach hergestellt, werden als „Mettlacher Platten“ weltweit ein großer Erfolg. Die Nachfrage war so stark, dass 1869 eine auf Fliesen spezialisierte Fabrik gebaut wurde, die „Mosaikfabrik“. 1879 übernimmt Villeroy & Boch ein weiteres Werk in Merzig, das sich zur größten Bodenfliesenproduktion der Welt entwickelt.

  • Exportmärkte werden erschlossen

    1856

    Wo die Märkte von morgen liegen, erkannte Eugen von Boch (4. Generation der Bochs) genau. Er gründete die Steingutfabrik in Dresden, um von hier die neuen Exportmärkte im Norden und Osten Europas leichter erschließen und besser beliefern zu können. Die Produktion war ursprünglich auf Geschirr ausgerichtet, wurde aber schon wenig später um Kachelöfen erweitert. Zum Renommee des Dresdner Werks trug vor allem die Spezialabteilung zur Ausstattung von Ladeneinrichtungen bei, nachdem auch die Produktion von Fliesen aufgenommen wurde. Das berühmteste Beispiel ist der „Dresdner Milchladen“, heute eine der größten touristischen Attraktionen der Stadt. Eine nahezu authentische Version des historischen Milchladens ist das Café des Keramikmuseums Mettlach mit handgearbeiteten und handbemalten Fliesen. (Siehe 2007).

  • Erste Sanitärkeramik wird produziert

    1876

    Die Sanitärproduktion wirft ihre Schatten voraus. Die Faiencerie in Wallerfangen beginnt mit der Fertigung von „Wasserleitungsgegenständen“, den ersten Sanitärkeramiken von Villeroy & Boch. Waschgeschirre produzierte das Unternehmen bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts, darunter auch zahlreiche Sonderanfertigungen, beispielsweise für den bayrischen Märchenkönig Ludwig II.

  • Künstlerische Terrakotten

    1879

    Villeroy & Boch übernimmt und modernisiert eine Tonwarenfabrik in Merzig und führt hier ein neues Produkt-Programm ein: künstlerische Terrakotten. Die Leitung des Terrakotta-Ateliers übernimmt der thüringische Professor Alexander Schmidt. Zugleich gelingt es den Technikern, das Material so zu verbessern, dass es anderen Baustoffen, selbst Naturstein, an Robustheit und Wetterbeständigkeit überlegen ist. Diese „Bauzier“ genannten Terrakotten wurden weltweit vertrieben und vor allem für Prestige-Objekte verwandt wie Herrenhäuser, Kathedralen, Banken und Schlösser, darunter beispielsweise Schloß Herrenchiemsee. Die noch erhaltenen Beispiele dieser Baukeramik haben von ihrer ursprünglichen Schönheit nichts verloren; Baukeramik aus Stein wäre heute verwittert und bemoost.

  • Vincent van Gogh

    1888

    Vincent van Gogh malt ein Porträt seines Freundes Eugène Boch, das heute im Musèe d’ Orsay in Paris hängt. Dieses Bild, das den Titel „Der Dichter“ trägt, führte van Gogh stets auf seinen Reisen mit. Nach dessen Tod erhielt Eugène das Bild als Geschenk von van Goghs Schwägerin und vermachte es im Jahr 1942 an den Louvre. Anna und Eugène Boch waren selbst Neo-Impressionisten und hatten zahlreiche Kontakte zu bedeutenden Künstlern ihrer Zeit wie Toulouse-Lautrec, Ensor und van Gogh. Briefe van Goghs zeugen von der tiefen Freundschaft, die ihn mit Eugène verband.

  • Projektgeschäft beginnt

    1890

    Villeroy & Boch gestaltet ein Bodenmosaik für den Kölner Dom, ein Bauwerk von hohem nationalen Symbolgehalt, das im 19. Jahrhundert wiederaufgebaut wurde. Innerhalb von fünf Jahren wurde dieses 1300 qm messende Mosaik angefertigt und verlegt. Neben der industriellen Fertigung von Geschirr und Fliesen entstehen in den Ateliers von Villeroy & Boch zahlreiche Sonderanfertigungen. Das Unternehmen wird vor allem im Geschirrbereich zum Lieferanten europäischer Herrscherhäuser und des Großbürgertums. Auch im Bausektor werden zahlreiche Prestige-Objekte weltweit mit Produkten von Villeroy & Boch gebaut bzw. ausgestattet wie z. B. das Moskauer Bolschoitheater oder das Schloss des Fürsten Thurn und Taxis in Regensbug. Im Objektbereich werden seit dem 19. Jahrhundert bis heute Schwimmbäder, Hotels, Banken, Krankenhäuser usw. mit Produkten von Villeroy & Boch ausgestattet. Das Unternehmen besitzt die Kapazität und mit seinen Ateliers und Planungsbüros das künstlerische und technische Know-how zur Konzeption und Realisierung höchst individueller Projekte.

  • Grossproduktion von Wannen und Toiletten

    1899

    Bedeutende wissenschaftliche Erkenntnisse schaffen im 19. Jahrhundert die Grundlagen der modernen Hygiene. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leisten vor allem Sanitärprodukte, die noch um 1900 kaum verbreitet sind. Zu dieser Zeit beginnt Villeroy & Boch mit der Großproduktion von Wannen und Toiletten. Entscheidend hierfür war die Verbesserung der Produktionstechnik und des Materials, die dem Unternehmen gelang. Das Schlickergießverfahren, bei dem die verflüssigte keramische Masse in Formen gegossen wurde, war der Schlüssel zur großen Serie. Als Villeroy & Boch dann auch den Feuerton, eine besonders feste Keramik, die sich beim Brennen kaum verzog, in die Sanitärfertigung einführte, konnte die Herstellung in großem Maßstab beginnen. Badausstattungen für die Durchschnittswohnung wurden erschwinglich. Ein wichtiger Beitrag zur Demokratisierung der Badkultur und Hygiene.

  • 1900

    Zwischen Weltkriegen, Innovationen und Expansion

  • Erster Weltkrieg und die Folgen

    1920

    Als Folge des 1. Weltkrieges wird das Saargebiet vom Deutschen Reich abgetrennt. Da die dortigen Werke für die Belieferung des deutschen Marktes nicht mehr zur Verfügung stehen, werden Fabriken in Bonn, Torgau und Breslau erworben. Im gleichen Jahr wird in den USA der Holland-Tunnel unter dem Hudson River zwischen New York und New Jersey gebaut. Für dieses Bauwerk (siehe Foto) liefert Villeroy & Boch 10.000 qm Fliesen.

  • Bauhaus und Art Déco nehmen Einfluss auf Design

    1930

    Der an sachlich-nüchterner, zweckorientierter Formgebung orientierte Bauhaus Stil und das elegant-luxuriöse Art Déco beherrschten das Design der Zwanziger und dreißiger Jahre. Dies spiegelt auch die Produktpalette von Villeroy & Boch in diesen Jahrzehnten. Bereits um die Jahrhundertwende hatte Henry van de Velde, der die Vorgängerorganisation des Bauhauses, das „Kunstgewerbliche Seminar“, gründete, Entwürfe für Villeroy & Boch geschaffen. 1919 gründete er zusammen mit Walter Gropius das Bauhaus. Auch Peter Behrens, Mitbegründer des Deutschen Werkbundes, kreierte Geschirr und Fliesen-Design für das Unternehmen.

  • Zweiter Weltkrieg

    1939

    Die Fabriken von Villeroy & Boch in allen Teilen Deutschlands werden im 2. Weltkrieg erheblich beschädigt. Nach Kriegsende werden die Werke in Breslau, Dresden und Torgau enteignet und die saarländischen Werke in den französischen Wirtschaftsraum eingegliedert bis zur Währungsumstellung im Jahr 1959.

  • Neue Porzellane entstehen

    1959

    In Septfontaines, Luxemburg, beginnt die Produktion von Vitro-Porzellan, das durch seine Widerstandfähigkeit und Ritzbeständigkeit auch im Gastronomiebereich eingesetzt wird. Darüber hinaus gelingt Villeroy & Boch später mit Fine Vilbo China eine Weiterentwicklung, die edles Porzellan-Weiß mit den hervorragenden Gebrauchseigenschaften des Vitro-Porzellans verbindet.

  • Lokales Engagement

    1960

    Einweihung des SOS-Kinderdorfs in Hilbringen, dem dritten Kinderdorf in Deutschland, in Anwesenheit der Gattin des Bundespräsidenten Lübke. Das Kinderdorf wurde auf die Initiative und durch umfangreiche Unterstützung von Luitwin II von Boch und seiner Frau Beatrice gebaut. Auch die Bauplanung des saarländischen Kinderdorfes lag in der Hand der Bauabteilung von Villeroy & Boch.

  • Übersee-Aktivitäten verstärken sich

    1971

    Die erste große Geschirr-Lieferung geht nach Japan. Zugleich wird der Export in die USA intensiviert. Für diesen Markt entsteht eine Reihe von Sondereditionen. Die Umbenennung des Geschirrbereichs in „Tischkultur“ signalisiert den Wandel zu einem ganzheitlichen Angebot. Die Designerin Helen von Boch entwirft betont moderne, teils fernöstlich inspirierte Serien, deren bekannteste die „Kugel“ ist. Sie verbirgt ein komplettes Tafelgeschirr und ist auch produktionstechnisch eine außergewöhnliche Leistung.

  • Kooperation mit Luigi Colani

    1975

    Luigi Colani entwickelt im Auftrag von Villeroy & Boch ein völlig neues Badkonzept, das das Bad als Wohnraum und Ort der Regeneration neu definiert. Als erster befasst er sich mit dem Ergonomie-Aspekt dieses Raumes, mit einer allseitig optimierten Funktionalität und individueller Farbigkeit. Es ist auch das erste Konzept, das eine durchgängige Designlinie für alle Elemente des Bades schafft. Damit inspiriert es das Design der kommenden Jahrzehnte und revolutioniert die gesamte Badbranche.

  • Erstes Villeroy & Boch-Bone China entsteht

    1976

    Villeroy & Boch übernimmt die traditionsreiche Porzellanmanufaktur Heinrich in Selb. In diesem Werk wurde ab 1980 Bone China-Geschirr hergestellt, das Villeroy & Boch als erster Produzent auf dem europäischen Kontinent vermarktete. (Einzelne Serien hatte das Unternehmen bereits im 19. Jahrhundert hergestellt.) Bone China gilt als das edelste aller Porzellane und erfordert in der Herstellung besonderes technisches Know-how. Mit diesem hochwertigen Porzellan erweitert das Unternehmen nicht nur sein Material-Angebot, sondern erschließt auch neue Märkte.

  • Papst-Geschirr

    1980

    Villeroy & Boch greift die Tradition der eigenen Tochterfirma Heinrich auf, die seit 1955 Päpste und renommierte Herrscherhäuser beliefert hat, und fertigt Papst-Geschirr an: 1980 überreicht Wendelin von Boch das Geschirr in einer Privataudienz an Papst Johannes Paul II und 2007 an Papst Benedikt XVI.

  • Neustrukturierung des Unternehmens

    1982

    Das Unternehmen Villeroy & Boch wird neu strukturiert. Angesichts anhaltender Stagnation in der Baubranche und einer enormen Konzentration im Handel wird die Marktbearbeitung auf eine neue Grundlage gestellt. Kundenbetreuung und -Belieferung erfolgen jetzt nicht mehr über die einzelnen Werke, sondern zentral. Das Unternehmen wird in die drei Sparten Sanitär, Fliesen und Geschirr/Kristall gegliedert. Durch die Strategie „Alles aus einer Hand“ kann Villeroy & Boch auf die Anforderungen und Wünsche seiner Marktpartner in Handel, Handwerk und Objektgeschäft schnell, flexibel und kundennah eingehen.

  • Werbekampagne mit Helmut Newton

    1985

    Villeroy & Boch startet eine der spektakulärsten und künstlerisch interessantesten Werbekampagnen der achtziger Jahre. Der Starfotograf Helmut Newton erhält den Auftrag zu 14 Anzeigenmotiven für den Sanitärbereich. In diesen Schwarz-Weiß-Aufnahmen setzen langbeinige Models die neuen Sanitärprodukte in typischer Newton-Ästhetik in Szene. Werbefachleute der Zeitschrift Cosmopolitan wählen diese Werbung zur „Kampagne des Jahres“. 20 Jahre später erinnert eine Sonderausstellung des Keramikmuseums „Der Zeit voraus – Helmut Newton und Villeroy & Boch“ an die progressive, ehemals provozierende Werbestrecke.

  • Neue Impulse mit "Mix & Match"

    1986

    Gesellschaftliche Veränderungen verbunden mit der steigenden Anzahl der Single-Haushalte führen zu neuen Lebens – und Konsumgewohnheiten, auch im Tischkultur-Bereich. Die innovative „Mix & Match“-Idee von Villeroy & Boch ist eine Antwort auf diesen veränderten Lebensstil. Sie ermöglicht ein freies Kombinieren von Dekoren und Nachkauf nach individuellem Bedarf, so dass der Konsument nicht zwangsläufig ein 12teiliges Geschirr kaufen muss. Vielmehr kann er mit variablen, aufeinander abgestimmten Geschirrdesigns dem gedeckten Tisch immer wieder ein neues Gesicht geben. Die „Mix & Match“- Produkte, die dem Markt neue Impulse geben, werden zum internationalen Erfolg. Ihr Einfluss auf den gedeckten Tisch und vor allem das moderne Geschirr-Design dauert bis heute an.

  • Zusammenarbeit mit Designern

    1987

    Das Unternehmen, bisher eine Kommanditgesellschaft, wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Das Kapital der neuen Villeroy & Boch AG bleibt in Familienbesitz. Im Jahr 1987 beginnt die Zusammenarbeit mit einer der glanzvollsten Designerinnen unserer Zeit, Paloma Picasso. Nach einer Fliesen-Kollektion entwirft sie Geschirr-, Besteck- und Kristall-Kollektionen. Vor allem ihre Tischkultur-Entwürfe spiegeln die Herkunft ihres Designs im Schmuckbereich. Design-Qualität bildet einen Leitfaden durch die Geschichte des Unternehmens. Seit dem 19. Jahrhundert arbeiten neben Hausdesignern weltberühmte Designer für Villeroy & Boch, darunter van de Velde, Olbrich, Behrens. Gerade auch sie prägen die typische Handschrift der Villeroy & Boch-Produkte. Zu den international renommierten Designern, die Villeroy & Boch ab der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts engagierte, gehören Luigi Colani, Matteo Thun, Keith Hearing, Conran, Kenzo, Joop, Roberto Capucci, Isabelle de Borchgrave, Helen von Boch, Maggy Champsaur, Rainer Moll, Frog Design.

  • Spezialisierung auf Hotelporzellan

    1989

    In Luxemburg wird ein zweites Geschirrwerk in Betrieb genommen, das auf die Herstellung von Hotelporzellan spezialisiert ist. Die Hotel-Division gehört heute weltweit nicht nur aufgrund ihrer umfangreichen, qualitativ hochwertigen Produktpalette, sondern auch durch ausgefeilten Service zu den erfolgreichsten Hotel- und Gastronomie-Tableware-Anbietern. Mit seinen vier Lifestyles und maßgeschneiderten Sonderanfertigungen kann Villeroy & Boch sehr individuell auf den Charakter der Objekte eingehen. So werden Hotels und Restaurants von der mittleren bis zur obersten Kategorie in ganz Europa, Amerika und Asien mit Geschirr von Villeroy & Boch ausgestattet.

  • Villeroy & Boch an der Börse

    1990

    Nach tiefgreifender Umstrukturierung des Unternehmens, strategischer Neuausrichtung und der Umwandlung der Villeroy & Boch KG in eine Aktiengesellschaft geht Villeroy & Boch an die Börse. Hiermit beginnt eine neue Phase der Erschließung des Kapitalmarkts.

  • Villeroy & Boch expandiert in Ungarn und Rumänien

    1992

    Villeroy & Boch übernimmt mehrheitlich Alföldi Porcelángyár, den größten Hersteller von Sanitärkeramik in Ungarn und vier Jahre später den rumänischen Hersteller von Sanitärkeramik Mondial S.A. In den kommenden Jahren tätigt das Unternehmen weitere strategische Akquisitionen, durch die das Produktportfolio erweitert und gleichzeitig die jeweiligen Heimmärkte erschlossen werden können. (Siehe 1999)

  • Das Unternehmen feiert 250jähriges Bestehen

    1998

    250jähriges Jubiläum des Unternehmens. An der großen Festveranstaltung in Mettlach nehmen führende europäische Politiker teil wie der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl, der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, der französische Finanzminister Strauss-Kahn und der saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontaine. In seiner Festrede bezeichnet Helmut Kohl Villeroy & Boch als „Europäer der ersten Stunde“. Im gleichen Jahr wird Wendelin von Boch, 8. Generation der Gründerfamilie, zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Unter seiner Leitung wird der Konzern weiter modernisiert: er leitet den Paradigmenwechsel vom produktionsorientierten Keramikunternehmen zum europäischen Lifestyle-Anbieter ein. Kernstück dieses Paradigmenwechsels ist das Marketing- und Vertriebskonzept „The House of Villeroy & Boch“, dessen flächendeckende Durchsetzung zu den strategischen Zielen des Konzerns gehört. Dieses Konzept beinhaltet ein ganzheitliches, äußerst differenziertes Angebot mit individuellen Kombinationsmöglich-keiten. Hierauf ist auch die neuartige Präsentation der Produkte in realistischen, emotional ansprechenden Raumsituationen zugeschnitten. Um dieses konsequent ganzheitliche Angebot abzurunden, führt er mit weiteren Akquisitionen die Diversifizierungsstrategie fort. Angesichts weltweit veränderter Märkte treibt von Boch in den folgenden Jahren auch die Internationalisierung und Globalisierung des Unternehmens voran und stellt die Marke in den Focus der Aktivitäten.

  • Core Business des Konzerns

    1999

    Als Lifestyle-Anbieter setzt Villeroy & Boch auf Ganzheitlichkeit und Diversifikation des Angebotes, so dass komplexe Interior Design Lösungen angeboten werden können. Core Business des Konzerns ist „Das Bad aus einer Hand“ „Der komplett gedeckte Tisch“ und „Fliesen für den Privat- und Objektbereich“. Um diese ganzheitliche Produktpalette anzubieten tätigt Villeroy & Boch weitere Akquisitionen: 1999 Ucosan B.V., Niederlande, Hersteller von Kunststoffwannen, Whirlpool- und Dampfduschsystemen, 2000 Gustavsberg, Schweden, Sanitär- und Armaturenhersteller, 2001 db – Das Bad, österreichischer Badmöbelhersteller.

  • 2000

    Im neuen Jahrtausend neue Wege gehen

  • Expansion und Automatisierung in den Werken

    2001

    Villeroy & Boch übernimmt den tschechischen Hersteller von Kunststoffbade- und Duschwannen, Whirlpoolsystemen und Duschkabinen Vagnerplast. Hier wie an weiteren osteuropäischen Standorten werden personalintensive Produkte gefertigt, während die zentraleuropäischen Werke automatisiert und damit zukunftssicher gemacht werden. Diese Verbesserung der industriellen Struktur mit einem Mix von hoch automatisierter Fertigung im Westen und kostengünstiger Produktion an den osteuropäischen Standorten steht im Focus des Umbaus des Konzerns.

  • Modernes Ausstellungskonzept im Keramikmuseum Mettlach

    2002

    Mit dem „Keramikmuseum Mettlach“ erhielt die umfassende Sammlung an Keramiken ein neues Domizil. Ein modernes Ausstellungskonzept, das Tradition und Modernität des Hauses Villeroy & Boch in spannungsreiche Beziehung setzt, schafft den idealen Rahmen für die wertvollen Exponate aus vier Jahrhunderten. An erlesenen Beispielen erlebt der Besucher hautnah den Wandel der Alltagskultur. Im Therapiezentrum Schaumberger Hof in Tholey / Saar wird das „Villeroy & Boch Kinderland“ seiner Bestimmung übergeben. Hier erhalten Patienten mit ihren Kindern im Rahmen ihrer Suchttherapie professionelle Unterstützung, um die Folgen ihrer Krankheit in den Griff zu bekommen und die Resozialisierung zu erleichtern. Die finanziellen Mittel wurden durch die bei Villeroy & Boch anlässlich des 250-jährigen Firmenjubiläums im Jahr 1998 gestartete Initiative „Verlassene, vergessene Kinder“ aufgebracht. Mitarbeiter, Betriebsrat und Unternehmensleitung beteiligten sich an diesem Projekt, das auch weiterhin von diesem Kreis unterstützt wird.

  • Restaurierung und Rückgabe des Schinkel-Brunnens

    2003

    Der „Schinkel-Brunnen“ kehrt nach umfangreicher Restaurierung durch Villeroy & Boch und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz an seinen alten Platz im Park der Alten Abtei zurück. Es war ein Gastgeschenk des Kronprinzen Friedrich Wilhelm an Jean-Franҫois Boch im Jahr 1838. Entworfen wurde er von dem Berliner Hofarchitekten Karl Friedrich Schinkel.

  • Ausbau in wichtigen Wachstumsmärkten

    2004

    Eröffnung einer Niederlassung des Unternehmensbereichs „Bad und Wellness“ in Shanghai zur Bearbeitung des chinesischen Marktes, der mit einer kaufkräftigen, markenorientierten Konsumentenschicht für Villeroy & Boch ein hohes Potential birgt. Diese Niederlassung ist ein weiterer Schritt, die Position des Unternehmens auf wichtigen globalen Wachstumsmärkten auszubauen.

  • Innovation NewWave

    2005

    Villeroy & Boch erhält den „Innovationspreis der deutschen Wirtschaft“ in der Kategorie „Mittelstand“ für Design und Produktionstechnik der Tasse NewWave. Diese Auszeichnung bestätigt eine Unternehmensstrategie, für die Innovationstätigkeit eine Schlüsselstellung für internationalen Markterfolg und Markenimage besitzt.

  • Neuorganisation des Unternehmens

    2007

    Villeroy & Boch gibt 51% der V & B Fliesen GmbH an Eczacibasi, eine leistungsstarke türkische Industriegruppe, ab. Die Werksstandorte in Deutschland und Frankreich werden fortgeführt. Neuorganisation des Vorstands nach dem Wechsel des Vorstandsvorsitzenden Wendelin von Boch in den Aufsichtsrat. Unternehmenssprecher ist Frank Göring, zuständig für die Unternehmensbereiche Bad und Wellness und Tischkultur. Vorstandsmitglied Manfred Finger leitet die Bereiche Finanzen und Personal und ist Arbeitsdirektor. Das neue Vorstandsressort „Unternehmensentwicklung“ steht unter der Leitung von Volker Pruschke.

  • Internationalisierung im asiatischen Raum

    2008

    Mit dem Kauf von Nahm Sanitaryware Co, Ltd. in Bangkok setzt Villeroy & Boch seine Internationalisierungsstrategie fort. Hiermit wurde eine Plattform im asiatischen Raum geschaffen, um die hohen Absatzpotentiale der Region stärker zu nutzen. Villeroy & Boch übernimmt den Badmöbelhersteller Sanipa in Treuchtlingen zur Erweiterung seines international erfolgreichen Badmöbelangebotes und zum strategischen Ausbau seiner Position im Badmöbelbereich.

  • Wettbewerbsfähigkeit wird optimiert

    2009

    Vor dem Hintergrund der weltweiten Finanzkrise, die sich auf die Umsatzsituation beider Unternehmensbereiche ausgewirkt hat, verabschiedet Villeroy & Boch ein Maßnahmenpaket zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Es beinhaltet die Spezialisierung von Standorten, die Schaffung von Kompetenzzentren und die fortschreitende Automatisierung von Produktionsabläufen.

  • Kooperation mit Rödl & Partner

    2010

    Villeroy & Boch und die internationale Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Rödl & Partner gründen ein Gemeinschaftsunternehmen, das Mittelständler bei der Optimierung ihrer Geschäftsprozesse und der Implementierung von unternehmensweiten SAP-Lösungen beraten wird. Zugleich wurde die Übernahme des Betriebs der weltweiten IT-Infrastruktur von Villeroy & Boch durch Rödl & Partner vereinbart.

  • Erweiterung des Vorstands

    2015

    Der Aufsichtsrat der Villeroy & Boch AG hat mit Wirkung zum 1. Mai 2012 eine Erweiterung des Vorstandsgremiums auf vier Mitglieder beschlossen. Damit wird der Vorstandvorsitzende Frank Göring durch Nicolas Luc Villeroy, seit 2005 Unternehmensbereichsleiter Tischkultur, als Vorstand Tischkultur sowie Andreas Pfeiffer, seit 2008 Unternehmensbereichsleiter Bad und Wellness, als Vorstand für den Bereich Bad und Wellness verstärkt. Seit 1. Januar 2015 ist Dr. Markus Warncke Finanzvorstand der Villeroy & Boch AG.