DIE GESCHICHTE DES WCs: SANITÄRE HÖHEN UND TIEFEN

Hätten Sie’s gewusst? Das wassergespülte Klosett ist schon mehrere tausend Jahre alt! Auch wenn noch nicht endgültig geklärt ist, ob vor 4.000 oder 5.000 Jahren die Inder, Chinesen oder Sumerer die erste wassergespülte Toilette benutzten, ganz sicher ist, dass die Griechen bereits um 2.500 v. Chr. Toiletten und Abwassersysteme besaßen. Rund 1.000 Jahre später bauten die Römer die Cloaca Maxima, die riesige Entwässerungsanlage des antiken Roms. Außerdem gab es bei den Römern Latrinen, deren Benutzung allerdings den Reichen vorbehalten war, die hier in geselliger Runde große und kleine Geschäfte besprachen und erledigten.

Mit dem Untergang des römischen Reiches ging diese frühe Sanitärkultur zu Ende. Im Mitteleuropa des Mittelalters stank es zum Himmel: Wassergespülte Toiletten und Abwasseranlagen gab es nicht, man erledigte seine Notdurft im Freien oder kippte die Fäkalien in die Rinnsteine.

Erst Ende des 16. Jahrhunderts wendete sich das Blatt: Der englische Dichter Sir John Harington erfand das erste „moderne“ Wasserklosett, und zwar im Auftrag seiner berühmten Tante, Königin Elisabeth I. Seine Landsleute belächelten die Erfindung als schlechten Scherz, und obwohl Harington eine genaue Bauanleitung anfertigte, geriet das erste Wasserklosett der Neuzeit in Vergessenheit.

 

Rund 200 Jahre später, im Jahr 1775, entwickelte dann der englische Erfinder Alexander Cummings ein Wasserklosett mit dem bis heute gebräuchlichen, S-förmigen Abflussrohr und erhielt das Patent darauf:

Der Siegeszug des „Water Closet“ war nicht mehr aufzuhalten.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erkannten Wissenschaftler wie Louis Pasteur den Zusammenhang von Krankheiten und Hygiene – die Forderung nach mehr Hygiene wurde immer lauter. Der Keramikspezialist Villeroy & Boch sah sehr früh, welches Marktpotenzial im Sanitärbereich mit Bad, Waschbecken, WC und Fliesen steckte. Bereits 1870 stattete Villeroy & Boch öffentliche Badeanstalten, Privatbäder und Krankenhäuser mit pflegeleichten Fliesen aus. Bereits Mitte der 1870er Jahre wurde ein kleines Sortiment an Urinalen und WCs angeboten. Die Entwicklung neuer Fertigungsmethoden und neuer Materialien ermöglichte bald eine industrielle Produktion: Dank des so genannten „Feuertons“ konnte Villeroy & Boch im Jahr 1899 so große Stückzahlen an Sanitär- und sog. Spülwaren produzieren, dass sie auch für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich wurde – Badkultur und Hygiene wurden demokratisiert.

 

Allerdings: Um 1950 besaß noch der größte Teil aller Wohnungen in Deutschland kein eigenes WC, allenfalls einen Waschraum.

Das änderte sich erst in den 1960er Jahren: Das Bad wurde als funktionale Nasszelle zur Körperhygiene möglichst praktisch und Platz sparend eingerichtet.

 

In den 1970er Jahren begann man das Bad als Ort der Regeneration zu entdecken. 1975 entwarf Luigi Colani ein geradezu revolutionäres Badkonzept für Villeroy & Boch: Zum ersten Mal beschäftigte sich ein Designer mit den Produkten des Bades und mit dem WC. Colani designte sie nach Maßstäben der Ergonomie und schuf weiche, körperangepasste Formen.

Heute findet man eine große Auswahl an WCs in unterschiedlichen Formen, Farben und mit zusätzlichem Komfort: bodenstehend oder wandhängend, als Kombinationen aus WC und Spülkasten oder mit Vorwandinstallationen, als Flachspülklosett mit keramischer Stufe oder als Tiefspülklosett mit direktem Zugang ins Siphonwasser. Und mehr noch: In den letzten Jahren wurden gerade für den WC-Komfort eine Reihe von Innovationen entwickelt. Villeroy & Boch bietet mit Blick auf die immer knapper werdende Ressource Wasser moderne, umweltschonende Spülsysteme wie Omnia GreenGain oder AQUAREDUCT, die mit nur noch 3,5 Litern bzw. 4,5 Liter Wasser auskommen. Auch die Keramikoberfläche CeramicPlus überzeugt: Ihre enorme Pflegeleichtigkeit reduziert Wasser und Reinigungsmittel.